Ratgeber · Profit on Ad Spend

POAS statt ROAS: Google Ads auf Gewinn steuern.

Der ROAS zeigt Umsatz pro Werbe-Euro. Ob davon etwas übrig bleibt, zeigt erst der POAS. Was er misst, wie Sie ihn berechnen und wie Sie Smart Bidding darauf umstellen.

Stand: Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit
Rechenbeispiel
Gleicher ROAS. Anderer Gewinn.
Pro Monat
Kampagne A
Topseller
Kampagne B
Restsortiment
Marge
55 %
18 %
Werbekosten
10.000 €
10.000 €
Umsatz
50.000 €
50.000 €
ROAS
500 %
500 %
Rohertrag
27.500 €
9.000 €
Ergebnis nach Werbekosten
+17.500 €
−1.000 €
POAS
2,75
0,90

Google sieht zweimal 500 % ROAS. Erst mit der Marge im Conversion-Wert erkennt Smart Bidding, dass Kampagne B Geld verliert.

Definition

Was ist POAS?

Profit on Ad Spend: wie viel Rohertrag jeder Werbe-Euro einbringt.

POAS steht für Profit on Ad Spend. Die Kennzahl teilt den Rohertrag einer Kampagne durch ihre Werbekosten. Rohertrag heißt hier: Umsatz minus Einkaufspreis der verkauften Ware, bei Bedarf auch minus Retouren, Versand und Zahlungsgebühren.

Formel
POAS = Rohertrag ÷ Werbekosten

Liegt der POAS über 1, verdient die Kampagne nach Abzug der Werbekosten Geld. Bei genau 1 deckt der Rohertrag nur die Werbekosten. Unter 1 kostet jede weitere Bestellung Geld.

Der ROAS (Return on Ad Spend) rechnet dagegen mit Umsatz: Umsatz ÷ Werbekosten. Er zeigt, wie viel verkauft wurde, aber nicht, wie viel davon nach Einkauf und Werbung übrig bleibt.

Rechenbeispiel

Warum ein guter ROAS Geld kosten kann

Zwei Kampagnen, gleicher ROAS, gegensätzliches Ergebnis.

Kampagne A bewirbt Topseller mit 55 % Marge, Kampagne B das Restsortiment mit 18 % Marge. Beide geben 10.000 € aus und erzielen 50.000 € Umsatz. Beide haben also 500 % ROAS.

  • Kampagne A: 27.500 € Rohertrag, POAS 2,75, nach Werbekosten +17.500 €
  • Kampagne B: 9.000 € Rohertrag, POAS 0,90, nach Werbekosten −1.000 €

Mit Umsatz als Conversion-Wert sieht Smart Bidding zwei gleich gute Kampagnen und verteilt Budget auch dorthin, wo jede Bestellung Geld kostet. Mit dem Rohertrag als Wert erkennt der Algorithmus den Unterschied und bietet entsprechend.

Faustregel
Break-even-ROAS = 1 ÷ Marge. Bei 18 % Marge braucht eine Kampagne rund 556 % ROAS, um die Werbekosten zu decken. Bei 55 % Marge reichen rund 182 %.
Umsetzung

So stellen Sie Google Ads auf POAS um

Drei Schritte. Der erste ist der aufwendigste, danach geht es schnell.

01 · Daten

Marge in den Conversion-Wert

Google soll Rohertrag sehen, nicht Umsatz.

  • Einkaufspreise pro Produkt aus Warenwirtschaft oder Shop-System
  • Berechnung serverseitig, damit Margen nicht im Quelltext stehen
  • Retouren nachträglich als Conversion-Anpassung abziehen
  • Im Leadgen: Deal-Wert oder Deckungsbeitrag aus dem CRM
02 · Gebote

Ziel-ROAS wird Ziel-POAS

Die Gebotsstrategie bleibt, nur der Wert dahinter ändert sich.

  • Ziel-ROAS auf Rohertrag-Basis, z. B. 150 % für POAS 1,5
  • Schrittweise umstellen, damit Smart Bidding neu lernen kann
  • Brand und Non-Brand getrennt bewerten
  • Performance Max und Shopping nach Margen-Clustern aufteilen
03 · Kontrolle

Reporting auf Gewinn

Eine Zahl, der Marketing und Geschäftsführung trauen.

  • Rohertrag nach Werbekosten als Leitkennzahl
  • Regelmäßiger Abgleich mit Shop- oder ERP-Daten
  • Auswertung nach Conversion-Zeit, nicht nach Klick-Zeit
  • Ausreißer bei Marge, Feed und Tracking täglich prüfen
FAQ

Häufige Fragen zu POAS

Ihre Frage fehlt? Schreiben Sie uns an analyse@upmetrics.de.

Was ist ein guter POAS?

Jeder Wert über 1 deckt die Werbekosten. Welcher Zielwert sinnvoll ist, hängt von Fixkosten, Wachstumszielen und Wiederkaufrate ab. Wer Neukunden mit hohem Folgeumsatz gewinnt, kann bewusst nahe 1 einkaufen.

Wie berechne ich den POAS?

Rohertrag der beworbenen Bestellungen geteilt durch die Werbekosten. Beispiel: 27.500 € Rohertrag bei 10.000 € Werbekosten ergeben einen POAS von 2,75.

Ist POAS dasselbe wie ROI?

Nein. Der ROI setzt den Gewinn nach allen Kosten ins Verhältnis zur Investition. Der POAS vergleicht Rohertrag mit Werbekosten und lässt sich direkt als Gebotsziel in Google Ads verwenden.

Sieht Google dann meine Margen?

Google sieht den Wert, den Sie als Conversion-Wert senden. Wird er serverseitig berechnet, stehen Einkaufspreise und Margen nicht im Quelltext Ihrer Website und sind für Wettbewerber nicht auslesbar.

Wie finde ich heraus, ob mein Konto bereit ist?

Im kostenlosen AdScore-Check bewerten wir unter anderem das Profit-Signal Ihres Kontos und zeigen, welche Daten für die Umstellung fehlen.

Kontakt

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